Festplatte auf kleinere m-SATA SSD klonen und als schnelles Startlaufwerk in Windows 8 Lenovo Notebook mit UEFI BIOS installieren

1. Teil von 2

 

WIN 8, UEFI Bios, m-SATA SSD Bootlaufwerk - hier eine Anleitung, wie ein modernes Notebook richtig schnell wird

Nach dem Kauf eines Lenovo Edge E330 Notebooks ließ mir die Möglichkeit mit einer winzigen 120 GB M-Sata SSD ein rattenschnelles Teil zu bekommen keine Ruhe. Windows 8 fühlte sich mit der 500 GB Standard-Festplatte schon recht zügig an. Ich stellte fest, dass der Umbau unter Windows 8 mit UEFI-Bios nicht so einfach ist, es sind kleinere Hürden zu umschiffen und ich musste mir im Netz alles mühsam zusammen suchen und mehrfach das Lenovo-Forum bemühen.


NiMH-akku 1,2 Volt, 750 mAh

Nach erfolgreichem Einbau beschloß ich diese Anleitung zu schreiben, die sicher auch mit vielen anderen Notebooks funktioniert. Ich bin kein Computerspezialist, daher übernehme ich für die hier beschriebene Anleitung keine Verantwortung, aber der Versuch eine schnelle m-SATA oder eine andere SSD neben der Standardfestplatte als großes Datengrab einzubauen lohnt sich. Die Anleitung zum klonen bzw. spiegeln von großen Festplatten auf kleinere funktioniert auch für andere SSDs und normale PCs. Es gibt ein paar einfache Sicherheitsmaßnahmen, ohne die ich den Umbau nicht gewagt hätte, da auch mein Notebook noch fast neu war und sehr gut lief. Wir wissen ja: "Never change a running System"... Grob orientiert habe ich mich an dieser englischsprachigen Anleitung. Stand: Spätsommer 2013



Was wird für den Einbau einer M-Sata SSD ins Notebook benötigt?

Die M-Sata SSD mit einer Mindestgröße von 64GB - besser 128 GB (Ca. 100,- EUR), oder eine andere zusätzl. SSD
Kleiner Schlitz- oder Kreuzschraubendreher und eine winzige Schraube, die die SSD fixiert
Eine Software, mit der man Partitionen klonen kann wie z.B. die Freeware Clonezilla oder Kaufsoftware (ca. 20EUR)
Für Vorsichtige: Eine zweite Festplatte, mit der man erstmal experimentiert, bevor man die Originalplatte platt macht
Ein Notebook mit Windows 8 (oder Win7) mit freiem M-Sata Steckplatz
Ca. 2-4 Stunden Zeit für Laien

Rasierer-Akkus auslöten
Plextor PX-128M5M - 120 GB auf winziger Platine


Ablaufschema

1. Für Vorsichtige: Original-Festplatte auf eine andere Festplatte spiegeln und erstmal mit dieser weiter arbeiten.
      Tipp: Kann man sich auch leihen. Die Original Festplatte unangetastet lassen > sehr, sehr schlau!
2. M-Sata SSD einbauen
3. Original-Festplatte soweit möglich von Daten befreien, Partition zusammendampfen
4. Original-Festplatte mit allen Partitionen auf SSD spiegeln / klonen
5. UEFI BIOS editierbar machen und Bootreihenfolge im BIOS ändern
6. Partionen von alter Festplatte löschen und auf eine große Partition zusammenlegen
7. System für SSD-Betrieb optimieren und alte Festplatte in den Schlafmodus versetzen



1. Sicherheitsmaßnahmen

Bevor man an einem gut laufendem System irgendwas ändert, sollte man natürlich seine Daten sichern. Und da die wenigsten Notebooks mit Original Wiederherstellungsmedien ausgeliefert werden, sollte man sich so ein Exemplar unbedingt erstmal erstellen. Ich habe mir mit Rücksicht auf meine Nerven und das heilige Wochenende darüber hinaus den Luxus gegönnt, meine Original 500 GB Platte mit der Freeware Clonezilla auf ein älteres 500er Exemplar 1:1 zu spiegeln und die Originalplatte gleich weit weggelegt. Dann kann man sich als zweites Worstcase Szenario nur "nur noch" das Bios verstellen. Also MUSS man vorher unbedingt wissen, wie das BIOS auf Originaleinstellungen zurück gesetzt wird und das ist bei allen Notebooks etwas unterschiedlich. Beim Lenovo Edge 330 findet man diesen Punkt unter "Restart > Load Setup Defaults > OS Optimized Defaults [Enabled]". Viele neue UEFI-BIOS-WIN8 User werden aber gar nicht wissen, wie sie überhaupt ins Bios kommen... siehe Teil 5.



2. Teil: M-SATA (oder andere) SSD einbauen

Der Geöffnete Rasierer - hier noch mit den alten Akkus

Der leichteste Teil ist der Einbau der M-SATA Solid State Disk. Ich habe ein 128GB Exemplar von Plextor geordert, weil es zusammen mit dem Lenovo Edge 330 Notebook wenig Probleme gibt. Laut Lenovo ist der M-SATA Port nur dazu gedacht, die normale Festplatte mit einer SSD zu cachen und so zu beschleunigen. Laut Internet und Foren bringt das zwar einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil, hat aber nicht den Bums einer reinen SSD-Lösung und ein paar gravierende Nachteile: Die gecachte SSD-Lösung arbeitet als Festplattenverbund, also nur zusammen. Beim Sichern gibt es mit vielen Softwarepaketen oft Probleme, da nicht alle Partitionen richtig interpretiert werden und durch den Cache eben Daten fehlen. Zweitens läuft die Harddisk immer noch permanent mit: Geräuschvoll und energiezehrend. Also ist die Entscheidung für einen echten SSD-Betrieb einfach.

Carrera Microschalter Rasierer
Ohne Schraube kein m-SATA-Betrieb möglich.

Plextor liefert die SSD erschreckend sparsam ohne Anleitung, Software und vor allem ohne Schraube. Diese benötigt man unbedingt, da die gesteckte Platine allein sonst nicht hält. Also mitbestellen. Bei anderen Herstellern ist oft eine Migrationssoftware-Lizenz zum umziehen oder wenigstens eine SSD-Tool-Software dabei, mit der man die SSD vernünftig in ein installiertes Windows 7 / 8 integrieren kann. Trotzdem habe ich den Plextor-Kauf bisher nicht bereut.



3. Originalfestplatte für den Umzug auf die kleinere SSD vorbereiten

Ich gehe davon aus, dass die alte Festplatte vor dem Umzug auf ein kleineres Laufwerk von Daten und Riesenprogrammen befreit wurde. Je kleiner die zu migrierende Datenmenge auf die SSD ist, desto schneller und einfacher gehts. Die Datenmenge aller Partitionen muss natürlich etwas kleiner sein, als die neue SSD - also unter 120 GB, von denen nach der Formatierung übrigens nur noch 110 GB übrig bleiben. Also nicht so knapp bemessen. Nach dem Einbau des M-Sata- Speichers kann das Notebook (ohne gleich wieder alles zusammen zu schrauben) gebootet werden. Und man sieht zunächst keinen Unterschied. Ob das Laufwerk funktioniert kontrolliert man unter > Start > Programme > Verwaltung > Computerverwaltung > Datenspeicher > Datenträgerverwaltung.

NiMH-akku 1,2 Volt, 750 mAh

Dort sollte es als unpartitionierter Datenträger mit rund 120GB auftauchen und Windows wird vielleicht proaktiv einen Indizierungs-Vorschlag machen, um es benutzen zu können. Diesen lehnt man ab. Dafür klickt man mit der rechten Maustaste auf die größte freie Partition auf "Volume verkleinern". Die von Windows vorgeschlagene, max. kleinste Möglichkeit kann man gleich nehmen, sie braucht nicht geändert zu werden. Als Ergebnis hat man danach einen geschrumpftem Datenträger mit einem großen, "unallocated" oder nicht zugeordnetem Bereich. Auf Deutsch verschenkter Platz! Diesen verschenken wir temporär, um überhaupt auf die kleine SSD umziehen zu können. 100%ig korrekte EDV-Menschen führen vorher übrigens noch eine Defragmentierung durch, damit die Daten an einem Stück zusammenhängen.

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