MZ Motorrad Bord-Steckdose nachrüsten -12V Zigarettenanzünder

 

12 Volt Anschluss an USB für Handy, Navigation, Handlampe oder MP3-Player ist am Motorrad sehr praktisch



Bei einer Motorradreise nachts mal eben schnell ein Zelt aufbauen ist ohne Licht nicht einfach. Auch eine Visierheizung, eine Helmsprechanlage oder ein kleiner Kompressor erfordern eine genormte 12 Volt Steckdose am Motorrad. Heutzutage dürfte der Fokus allerdings weniger auf klassischer Biker-Lagerfeuerromatik liegen, sondern eher auf elektronischen Unverzichtbarkeiten, die man im Kommunikationszeitalter auch als Oldtimer-Motorradfahrer so mit sich rumschleppt.

Eine USB-Schnittstelle als Stromquelle an der Motorrad-Bordelektronik ist mittlerweile der Nabel der schönen neuen Welt: Man kann ein Navigationsgerät anschließen, den MP3-Player oder sein Smartphone aufladen, das Blutoothsytem auf längeren Touren mit Strom versorgen usw. Keine Frage, es muss also erstmal so eine 12V Steckdose her, die das alte Motorrad aber optisch nicht verschandeln darf. Ich habe lange darüber nachgedacht, wo und wie man so einen 12 Volt "Zigarettenanzünder" an der alten MZ am besten unterbringt.

 

Vor der Montage der 12V Dose gibt es mehrere Dinge zu beachten


Schutz vor Feuchtigkeit und Spritzwasser gewähren - gerade bei angeschlossenen Geräten
Missbrauch der Stromquelle bei nicht beaufsichtigtem Motorrad verhindern, aber -
möglichst leichte Zugänglichkeit für einen selbst ermöglichen
Möglichst unauffällige Montage am Motorrad , ohne seltene Originalteile verändern zu müssen
Anschluß am Bordnetz auf Dauerstrom oder lieber nur bei eingeschalteter Zündung?
Leernuckeln der Motorrad-Batterie im Stand vermeiden
Absicherung gegen Überspannung und Kurzschlüsse am Bordnetz



Diesen Bausatz einer 12V Steckdose mit Montagewinkel gibt es für ca. 10 - 15,- EUR im Motorradzubehör - z.B. von Louis. Das Gehäuse ist aus Kunststoff - gut gegen Kurzschlüsse, schlecht für 12V Zigarettenanzünder - die darf man damit nämlich nicht benutzen. Bei der Auswahl eines geeigneten Plätzchens an der MZ blieb nicht viel Auswahl da es wenig Platz gibt und manche Stecker sehr groß sind. Der nicht genormte 6V Serienstecker der DDR-Sondereinsatzmaschinen saß bei der MZ ES250/2 ebenfalls mit einem Haltewinkel unter dem Tank über dem Vergaser.

Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen ein Loch in die die Werzeugschale der MZ zu bohren und die Bordsteckdose dort direkt ohne Winkel einzulassen. Sitzbank aufschliessen, Gerät einstöpseln, Sitzbank wieder zuklappen. Eine schöne Idee, aber leider ist die Werkzeugschale nicht hoch genug, um dann einen herkömmlichen Stecker einzustecken - diese stehen nämlich gerne mal 6-8 cm wie bei meinem Navigon heraus und man bekommt die Sitzbank nicht mehr zu. Schade eigentlich, eine weitere Werkzeugschale zum Loch bohren bekommt man nämlich ziemlich günstig bei Ebay.




Vor Einbau der Vape-Zündung saßen an der MZ hier früher mal Zündspule, Regler und Sicherungskasten. Nun ist mehr Platz und die Steckdose passt wie angegossen unter den linken Blechwinkel des MZ-Rahmens. Dafür sollte man keinesfalls auch nur ein kleines Loch in den Rahmen bohren, sonst ist der TÜV-Segen bei der nächsten HU dahin. Dafür habe ich ein Loch in den Kunststoffwinkel der Bordsteckdose gebohrt. Mit einer eng sitzenden Schraube sitzt die Dose fest und ist selbst ohne Seitendeckel noch unauffällig. Ein Kabel habe ich hier gleich den vorhandenen Masseanschluss der MZ geklemmt. Das Pluskabel muss unbedingt mit einer Sicherung gegen Überspannung abgesichert werden.

Ich habe es übrigens mit der Zündung der Vape verbunden. Wenn ich den Schlüssel abziehe, gibts also kein Saft mehr... Dauerstrom war mir nach reiflicher Überlegung zu unsicher. Ein USB-Kabel kann man jetzt unauffällig zum Tank legen und es bei Bedarf z.B. einfach aus der abschließbaren Sitzbank nehmen und an ein beliebiges USB-Gerät anschließen, ohne den Seitendeckel demontieren zu müssen. Es gibt übrigens bei Ebay auch USB Spiralkabel und kleine 12V Steckeradapter für 12 Volt Zigarettenanzünder mit direktem USB Anschluss, die ganz klein sind und in der Bordsteckdose nahezu verschwinden. Davon mache ich noch ein Foto und berichte dann wie es sich im Motorradalltag bewährt.



Deutlich zu sehen ist hier der Platzbedarf fürs Navigationsgerät. Dies kann man prima wetter- und vibrationsgeschützt in einen kleinen Tankrucksack packen. Der Touschscreen funktioniert übrigens auch durch die Klarsichtfolie. Wenn die Buttons des Navi groß genug sind, kann man es auch mit Handschuhen bedienen. Aber länger draufgucken während der Fahrt ist beim Motorradfahren zu gefährlich.

Deshalb sollte man beim Kauf eines Navigationsgeräts fürs Motorrad unbedingt darauf achten, dass es einen Kopfhöreranschluß mit Buchse oder Bluetooth für die akustischen Ansagen gibt. Bei manchen Geräten kann man einen kleinen 3,5mm Klinkenstecker mit etwas Bastelei auch nachrüsten. Dazu wird dieser einfach parallel an den kleinen Lautsprecher angelötet und nach außen geführt. Die Garantie für so ein manipuliertes Gerät ist nach dem kleinen Eingriff natürlich erloschen. Deshalb tut es fürs Motorrad vielleicht auch ein gebrauchtes Navigationsgerät...

Stand Februar 2011


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