Gespiegelte m-SATA SSD in Win 8 Notebook mit UEFI BIOS einbauen
2. Teil -zu Teil 1


4. Alte 500GB Festplatte klonen bzw. auf neue 120 GB SSD spiegeln

An diesem etwas heiklen Part scheiden sich die Geister, bzw. es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Festplatte mit allen Partitionen zu spiegeln. Meiner Erfahrung nach sind die Kauflösungen einer Cloning-Software einfacher, funktionieren aber auch nicht immer auf allen Systemen zu 100%, weil es einfach zu viele PC-Konfigurationen gibt. Als Beispiel nenne ich mal Acronis True Image (bei WIN 8 funzt nur die 2013er Version o. neuer) oder z.B. Paragon Migrate. Die Kauflösungen ersparen einem meist das händische Verkleinern der Partition aus dem vorhergehenden Step 3. Sie sind rundherum komfortabler zu bedienen.


Rasierer-Akkus auslöten
Was will Clonezilla mir damit sagen?


Eine super Freeware ist Clonezilla. Aber nur für Linux Profis oder mit genauer Anleitung 1 +Anleitung 2, denn trotz Eindeutschung und Vereinfachung der letzten Versionen gibt es sehr viele Weggabelungen, an denen man offensichtlich einiges falsch machen kann. Eine 1:1 Kopie meiner 500er Harddisk auf meine alte 500er Disk ist mir noch gelungen. Das Klonen auf die kleinere SSD nicht. Es gab Fehlermeldungen und einen Abbruch. Plug und Play geht jedenfalls anders. Clonezilla kann übrigens keine Partitionen automatisch verkleinern. Nach dem Download muss man aus der .iso-Datei eine CD brennen oder einen USB-Stick als Bootstick vorbereiten und damit den Computer booten. Beim E330 ist gar kein DVD-Laufwerk drin, also USB-Stick oder externes CD/DVD/BD-Laufwerk anschließen. Dafür muss im BIOS die Bootreihenfolge geändert werden oder man hangelt sich via Windows 8 zum "Booten von USB oder externem Datenträger". Siehe nächster Step.

Eine gute Freeware, die ich direkt erfolgreich unter Windows einsetzen konnte ist Macrium Reflect. Für Privatanwender (noch) kostenlos. Sie kann auch keine Partitionen verkleineren, aber alles andere geht ziemlich einfach und individuell. So kann man damit auch im kleinen Umfang Partiononen verschieben oder weglassen usw...

Auf "Clone this disk" klicken und das mSATA-Laufwerk als Zielplatte auswählen. Falls diese aus irgendwelchen Gründen schon Partitionen hat, einfach mit der Auswahloption löschen. Das Kopieren kann je nach Datenmenge 5 Minuten bis zu 2 Stunden dauern. Sofort danach erkennt Windows den neuen Datenträger mit all seinen gespiegelten Partitionen und den GLEICHEN Laufwerksbuchstaben wie die aktive Systemplatte. Dies kann in einigen Fällen zu allerlei Komplikationen führen, da Windows nur ein Betriebssystem auf dem Computer duldet und schon gar nicht mit identischen Laufwerksbuchstaben hantieren kann. Also: Nicht mehr groß im System rumfuhrwerken, sondern runterfahren und testen, ob die Spiegelung des Laufwerks geklappt hat.

Carrera Akkuzellen einlöten
Die Plextor SSD steht nach der Änderung der Bootreihenfolge über der alten Hitachi Disk


Auch dazu muss man eigentlich ins BIOS und die Bootreihenfolge ändern, ich habe es allerdings zunächst mit einem Dirty Trick versucht, indem ich die alte 500er Festplatte einfach heraus genommen habe (deshalb auch das noch nicht wieder zugeschraubte Gehäuse). Und siehe da: Es bootet geräuschlos, der erste Bootvorgang dauert etwas und dann startete Windows mit der Meldung, dass sich etwas geändert hat und neue Hardware installiert wird. Das zweite Booten danach ging schon in weniger der Hälfte der Zeit. Alles ist jetzt rasend schnell! Fühlt sich gut an, aber wir sind noch nicht fertig. Steckt man nun die alte 500er Festplatte wieder dazu, bootet das System wieder langsamer von der alten Platte. Deshalb muss die Bootreihenfolge im BIOS verändert werden.



5. Teil: Wie komme ich bei Windows 8 ins UEFI-Bios?

Richtig, hier fängt der WIN 8 Terror an: Wer sich gerade ein aktuelles WIN8-Notebook zugelegt hat, wird feststellen, dass man mit F1, F3, F4, F5, F6 Del, Esc oder sonst wie gar nicht mehr ins Bios kommt. Es ist angeblich aus Sicherheitsgründen gesperrt und muss erstmal geöffnet werden. Das geht aus Windows 8 heraus unglaublich kompliziert und versteckt so wie hier beschrieben:

Mit der Maus im rechten Desktopbereich durch unkoorinierte Mausbewegungen auf Das Zahnrad "Einstellungen" und danach ganz unten auf "PC-Einstellungen ändern" in den Kachelquatsch (Metro) wechseln.

Unter PC-Einstellungen links auf "Allgemein" klicken und danach ganz unten auf der rechten Seite unter Erweiterter Start auf "Jetzt neu starten" klicken.

Auf dem folgenden, blauen Screen befindet sich übrigens auch die Option "Ein Gerät verwenden" beim nächsten Start von einer CD zu booten um z.B. Clonezilla, oder ein anderes Festplatten-Clone-Programm von einem externen Laufwerk zu starten. Wir klicken auf "Problembehandlung" und dann auf "Erweiterte Option" und dann auf "UEFI-Firmwareeinstellung", um überhaupt erst mal ins UEFI-Bios zu kommen.

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Der Rechner wird daraufhin neu gestartet und Tataaaaa... man ist nach gefühlten 2 Stunden tatsächlich im BIOS!

Jetzt muss man die Bootreihenfolge ändern: Das neue mSATA Laufwerk sollte über der alten 500er Festplatte stehen. Das Ändern der Boot-Laufwerks-Position ist bei Lenovo ebenfalls ein Kunststück, da wir an einer deutschen Tastatur sitzen funktionieren die Hilfe-Angaben + und - nämlich nicht. Sie verstecken sich hinter der Taste ?\ß bzw. Shift oder Control `´, das ist die Taste neben dem ß. Muss man erstmal drauf kommen.... Wie üblich sind im BIOS ebenfalls z und y vertauscht.

Bei manchen EFI-BIOSsen (Plural von BIOS?) ist auch die Verstellmöglichkeit der Bootreihenfolge gelockt und muss erst enabled werden. Dazu bitte für das jeweilige Modell googeln. Wer glaubt, das sei trivial wird feststellen, dass dieser De-Lock allein noch nicht funktioniert, sondern erst im Zusammenspiel mit folgenden Einstellungen:

"Secure Boot [disabled]" - jetzt funktioniert bei z.B. bei Lenovo auch die F1-Taste, um während des Bootens ins BIOS zu kommen

"UEFI/Legacy Boot [Legacy only] oder [both] oder [UEFI only] in Zusammenspiel mit CSM Support [No] - bitte je nach Modell ausprobieren, dies kann nach der Bastelaktion wieder zurück gestellt werden und hat Auswirkungen auf den gezeigten Herstellerscreen.

"Boot Order Lock" muss auf [Diabled] stehen, damit die Boot-Reihenfolge überhaupt geändert werden kann

Alles klar? Noch nicht so ganz? Hier ein Link zu Thema "Secure Boot" mit weiteren Informationen. Ich empfehle vor dem Umstellen der Parameter von jedem Screen eben ein Foto mit dem Handy zu machen, bevor man mit den Änderungen beginnt. Sonst kann es schnell zu Stress führen, da Windows danach nicht mehr bootet....



6. Teil: System-Partionen von alter Festplatte löschen und auf eine große Partition zusammenlegen

Der Computer sollte nach Änderung der Bootreihenfolge von der SSD booten, hat aber noch die gefährlich gleichen Daten drauf, die Windows als Dublette nicht mag. Also platt machen. Achtung an alle nicht so Vorsichtigen: Ihr löscht das Original Windows System auf der Ursprungsfestplatte!!! Wenn sich hinterher rausstellt, dass irgendwas nicht richtig funktioniert, die Spiegelung doch nicht so ganz 1:1 war und Ihr womöglich noch nicht mal einen Wiederherstellungsdatenträger habt, ist guter Rat teuer, auch oder gerade in der Garantiezeit! Vielleicht lohnt sich die Anschaffung einer zweiten 500 GB Platte ja doch. Ihr könnt ja auch erstmal nur mit der mSATA arbeiten.... nicht, dass ich davor nicht gewarnt hätte.

Nun werden - wieder mit Hilfe der Windows Datenträgerverwaltung - die Partitionen der alten 500 GB Festplatte gelöscht und zwar alle. Danach legt man eine neue große Partition an und formatiert die Platte im NTSC Format. Alle von Windows vorgeschlagenen Einstellungen können übernommen werden. Sinnvoll ist es darüberhinaus einen Laufwerksbuchstaben zu vergeben, der dem Betriebssystem klar macht, dass dies ab sofort eine sekundäre Platte ist. Also z.B. falls nicht schon anders vergeben " Laufwerk D".

Wir erinnern uns: Die Partition der neuen SSD ist noch auf das Minimum zusammengeschrumpft und wird nun auf das Maximum ausgedehnt. Rechte Maustaste auf die Partition und auf "Volume erweitern" klicken. Die Windows-Vorschläge können wieder übernommen werden. Wenn das Expandieren nicht klappt, hat sich bei der Spiegelung eine andere Partition mit Daten (z.B. "Recovery") dazwischen geschoben. In diesem Fall kann man sich einer tollen Freeware bedienen, die auch andere Partitionsprobleme reibungslos und schnell löst: Easeus Partition Master - für Privatanwender wieder kostenlos. Hier können Partionen mit der Maus komfortabel verschoben, zusammengeführt und gelöscht werden.

NiMH-akku 1,2 Volt, 750 mAh
In meinem Fall konnte ich damit eine kleine Daten-Partion verschieben und die Hauptpartition mit dem freien Platz zusammenführen ("mergen"). Danach hatte ich satte 108 GB für meine C-Partion frei.

Eine 64Bit-Windows 8 Installation braucht ca. 20 GB, meine Programme und Daten nochmal 20GB, auf der neuen SSD sind dann immer noch 70 GB frei. Für die meisten Anwender reicht das dicke aus. Aber wir wollen die alten 500GB ja nicht verkommen lassen, also müssen wir das System jetzt noch etwas optimieren.

Tipp: Es gibt wohl auch Fälle, in den die Laufwerksbuchstaben der Bootpartition in Windows geändert werden müssen. Z.B. wenn die mSATA-Disk partout nicht als C- sondern als D-Laufwerk angezeigt wird. Auch dafür gibt es eine Windows-Freeware, die das nachträglich erledigt: EasyBCD - bitte in dieser englischen Anleitung nachlesen, wie es Step by Step funktioniert, ich habe das selbst nicht ausprobiert.



7. Teil: System für SSD-Betrieb optimieren und die alte Festplatte in den Schlafmodus versetzen

Windows 7 optimiert Systeme mit SSDs, die von der Pike auf installiert wurden halbwegs selbstständig. Wird nachträglich - wie in diesem Fall - eine SSD verbaut, müssen meist noch einige Einstellungen angepasst werden. Windows 8 ist etwas intelligenter und hatte schon automatisch fast alles umgestellt. Für ein gut eingestelltes System mit langer Lebensdauer sollte man versuchen die Lese- und Schreibzugriffe der SSD zu minimieren. Samsung hat dazu z.B. die Software Magician SSD heraus gebracht, die man für Samsung SSDs kostenlos installieren kann. Plextor hat leider nix am Start. Aber es gibt die Freeware SSDFresh, die alle nötigen Einstellungen in Windows optimiert. Lediglich von der Deaktivierung der Win-Such-Indizierung rate ich ab, da die Windows-Suche samt Eingabefeld praktisch nahezu unbrauchbar wird. Die Defragmentierung in WIN8 schaltet sich automatisch von Defrag auf den Trim-Befehl um, der SSDs von Zeit zu Zeit noch etwas beschleunigen kann, also nicht deaktivieren.

Wäre da nicht noch das nervige Brummen unserer alten, mechanischen 500GB Festplatte. Dieses Phänomen wird vor dem Einbau einer SSD immer unterschätzt. Denn ohne die mechanische Festplatte hat man echte, vibrationsfreie Ruhe, die kaum Akku-Energie kostet. Also schlafen legen. Unter Windows7 gibt es dafür die Betaversion von Revosleep, die allerdings unbedingt im Administratormodus ausgeführt werden muss, da sie sonst nicht läuft. Unter Windows 8 habe ich sie nicht zum laufen gebracht und hatte plötzlich ein instabiles System mit langen Black-Screen-Phasen. Habe ich ganz schnell wieder deinstalliert. Bei manchen Anwendern läuft es aber wohl. Der Vorteil dieser Software ist echte Ruhe auf Knopfdruck, da die Festplatte damit wirklich an- oder ausgeschaltet werden kann. Verknüpft man diese Funktion mit einem Dienst, bleibt die Platte automatisch stumm, bis man sie auf Knopfdruck aus den schönsten Datenträumen aufweckt.

Der Geöffnete Rasierer - hier noch mit den alten Akkus
Mit den Energiesparfunktionen von WIndows kommt man nicht weit, da die Datenträger nicht einzeln angesprochen werden können. Es gibt aber noch einen Geheimtipp: Mit "Christal Disk Info" - insbesondere mit der werbefreien, portablen Version kann unter "Optionen > erweiterte Optionen > AAM / APM Verwaltung" der Stromverbrauch der Platte geändert werden. Stellt man den Schieberegler unter APM auf "Energie sparen" weit nach links, ist die Platte nach 1-2 Minuten still. Hin und wieder wird sie aber offensichtlich vom Betriebssystem angesprochen und fährt kurz wieder hoch. Das ist noch nicht ganz optimal, kommt meiner Vorstellung von einem leisen, schnellen SSD Notebook aber schon sehr nah. Soll die Platte später wieder ausgebaut werden, würde ich vorher die Standardeinstellung (Mitte) wieder herstellen, sonst pennt die Platte in anderen PCs ständig ein....


Der Geöffnete Rasierer - hier noch mit den alten Akkus
Der Datendurchsatz in Zahlen hat sich laut HD-Tune ungefähr verdoppelt. Der Windows Leistungsindex quittiert den Umbau auf s-ATA von 5,9 auf 8,1. Das Notebook bootet in weniger als 15 Sekunden aus dem Kaltstart. Nach 18 Sekunden steht eine Internetverbindung und der Browser zeigt mir ein Google-Logo!

Zurück zum 1. Teil         Stand: Spätsommer 2013